Digitale Veränderungen für den B2B-Zweig

Eine selbstständige Steuerung physischer Objekte findet nicht nur im B2C-Bereich statt, sondern besonders auch im B2B-Bereich ist das Thema der digitalen Verbindung wichtig geworden. Welche Auswirkungen die Umstellung mit sich zieht, wird im nächsten Abschnitt erläutert.

Die Industrie 4.0 verändert die Organisation der Fertigung und der Logistik und steigert somit die Flexibilität der Produktion. Fabriken werden mehr dezentralisierter durch die „Smart Factory“.[4] Dies ist ein Begriff für die Schöpfung einer neuen Produktion mit Industrie 4.0, um Aufträge und Anfragen schneller abzuwickeln, Fehlermeldungen vorzubeugen und zu reduzieren und den Herstellungsprozess leistungsfähiger zu entwickeln.

Jedoch ist die Umsetzung dieser „Smart Factory“ noch nicht vollständig möglich gewesen, aufgrund der Speicherkapazität des Internets. So wächst das Thema des Big Data, welches für die Art der Verwendung und Handhabung von großen Datenmengen steht.[5] Dies war bis langem nur ausschlaggebend für Finanzunternehmen oder Telekommunikationsbranchen und zieht industrielle Firmen nun ebenfalls mit sich.

Der Wandel von EDV zu Big Data stellt eine signifikante Rolle für die Bereitschaft der Industrie 4.0 dar, da durch die Erhöhung der digitalen Infrastruktur und die Geschwindigkeit der verarbeitenden Daten eine bessere Rechnerleistung erforderlich ist. Allerdings birgt das Thema aktuell kein Problem mehr, da „[w]ir […] heute eine Milliarde Datensätze in wenigen Sekunden auswerten [können]“[6], so Gerhard Altmann, Mitglied der Geschäftsleitung der Software-Firma SAS.

Damit wird die Möglichkeit gegeben, eine digitale Wertschöpfungsstrategie zu entwickeln, um zusätzliche Informationen über die eigenen Kunden abzurufen und zu analysieren, die durch bspw. soziale Netzwerke entnommen werden können bzw. Informationen über den Zustand eigener Anlagen, die international verteilt sind. Infolgedessen können Im Vorfeld Kundenverhalten analysiert und Unternehmensstrategien bzw. Maßnahmen angepasst werden.[7]

Zusammengefasst eine Liste der Ziele und Lösungsideen digitaler Geschäftsmodelle:

Neue Ziele der Geschäftsmodelle:

  • Besserer Kundenservice durch Lösungsfindung von individuellen Problemen
  • Angebotene Leistung effizient und kostengünstig produzieren
  • Stärkere Kontrollfunktionen über gesamte Vorgänge im Betrieb

Lösungsansätze zur Umsetzung:

  • Integration neuer Produktionsprozesse zur Geschwindigkeitssteigerung der Abläufe
  • Zusätzliche Dienstleistungen durch digitalen Service (After Sales)
  • Softwareentwicklungen für Informationsnetze

Bisher sind hauptsächlich Ansätze für die digitale Umwandlung und seine Geschäftsmodelle vorhanden. Da die Industrie 4.0 viele Einflussfaktoren besitzt darunter verschiedene Technologien (systemorientierte, prozessorientierte, Simulationsverfahren, IT-Technologien, IoT, etc.) und die Geschäftsstruktur verändert, ist es stets eine große Aufgabe für die Unternehmen, digitale Geschäftsmodelle zügig zu entwickeln. Es muss zunächst die Unternehmensphilosophie überdacht werden, um passende Veränderungen an dem Produkt- und Service-Angebot vorzunehmen. Dadurch können spezielle Automatisierungsmaßnahmen für die Betriebsprozesse geplant werden, um die digitalen Potentiale passenderweise zu gebrauchen.

Allgemeines Muster der Geschäftsmodelle der Industrie 4.0[8]:

  • Generell besitzen digitale Geschäftsmodelle eine kontinuierliche Service-Leistung „Value as a Service“, um mit individuellen Dienstleistungen Bedürfnisse zu befriedigen. Bsp.: Logistic as a Service (Amazon). Die logistischen Prozesse der Firma Amazon sind notwendig, um die Bedürfnisse (Online-Kauf) der Kunden zu realisieren.
  • Sobald offene Hardware- bzw. Software-Module zum Einsatz kommen, um die Dienstleistungen anbieten zu können, ist die Rede von „Modules as a Service“. Bsp.: Mobilitäts-App „Moovel“ von Daimler. Diese App organisiert den schnellsten Weg von A nach B mit Hilfe von verschiedenen Beförderungsmöglichkeiten.
  • Um solche Software- und Hardware-Module dem Kunden auf einer Plattform anzubieten, verwendet man das „Platform as a Service“. Bsp.: Appstore von Apple
  • Ein weiteres Geschäftsmodellmuster verwendet Infrastrukturen, um seine Leistungen an den Kunden zu übermitteln. Dies wird „Infrastructur as a Service“ Bsp.: Mobile Kommunikation (Telekom)

In diesen Beispielen wird viel auf Software und Hardware zurückgegriffen, was eine Stärkung der benötigten Kompetenzen voraussetzt. Außerdem ist es wichtig, die Betriebsprozesse an die neuen Dienstleistungen anzupassen, um sie stets effizient auszuführen. Des Weiteren wird stärker auf Services fokussiert als auf Produkte, die vermarktet werden sollen. Dadurch können diese Geschäftsmodellmuster nicht nur Anwendung im B2C-Bereich finden, sondern auch im B2B. Bspw. können die genannten mobilen Infrastrukturen auch im innerbetrieblichen Ablauf integriert werden durch das M2M-Konzept. Genauso lassen sich Plattformen in Form von Clouds als offenes Informationsnetz für alle Mitarbeiter verwenden.

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